Und abgesehen von der frühen Stunde ist noch etwas anders. Der Wind, der drei Tage lang an Mützen, Jacken und Worten gezerrt hat, hat sich zur Ruhe begeben. Eine Möve kurvt über die wellige Landschaft und jagt von hinten von der Sonne beschienen ihrem vorauseilenden Schatten im Zickzack nach.
Ganz leicht nur schlägt der Seilzug der Fahnenstange vom Strandpavillon gegen die Metallstange. Klong, klong, klong. Im gleichen Rhythmus hüpft ein Hund über die Wellen. Sein begeistertes Bellen erreicht zeitversetzt mein Ohr.
Links oder rechts? Egal, Hauptsache gehen. Zu hören ist nur unser Atem und das Knirschen unserer Schuhe über den festen Sand. Atmen, knirschen, atmen. Ich sauge die kühle Salzluft tief in meine Lungen und weiche glitzerndem Tang aus. Hinter uns plötzlich Mövenschreie. Sie hetzen sich gegenseitig über den Strand, ihre Flügelspitzen haarscharf über dem Prielwasser und dann stieben sie wie Jets einer amerikanischen Flugshow in alle Himmelsrichtungen davon.
Die glatte Oberfläche des Meers trügt. Wellen rollen ans Ufer und kleine Donnerschläge wie zum Salut scheinen uns zu grüßen. Aus der Tiefe grollt es leise. Die Nordsee demonstriert ihre ungebrochene Macht. Ich habe Respekt.
Als wir zurück kommen, haben Knirpse in Ölzeug mit doppelt so großen Schaufeln wie sie selbst den Strand erobert. Weiter oben quietscht die Türangel einer Strandbude. Ein Windschutz ist aufgebaut und wird gerade mit Handtüchern ausgelegt. Zwei versierte Läufer beenden ihre Runden am Toilettenhäuschen und wir genehmigen uns einen letzten holländischen Kaffee, bevor es heimgeht.
Alles richtig gemacht!
Danke, schönes Zeeland.



