Corona-Tagebuch – 7. Eintrag

Rödel. Rödel. Rödel.

Es wird deutschlandweit gerödelt. Als hätte die Kanzlerin gemeinsam mit der Bitte um Distanz dazu aufgerufen überall klar Schiff zu machen.

Es wird gesaugt, gefegt, gefeudelt, gewaschen, gewurschtelt, gespült, geputzt, gestutzt, gewienert, gewischt, gewrungen, geschrubbt, gebohnert, gebügelt, gestrichen, gesägt, gelüftet, gekärchert, gejätet, gesäht, gemäht, gemulcht, geschnitten, geschnitzt, geschreddert, gegossen, gekratzt.

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Aus den Fugen

Barcelona in der Nacht vom 19. Oktober 2019

Mich erreichen Bilder aus Barcelona, wie ich sie vor zwei Wochen nicht für möglich gehalten habe. Brennende Müllcontainer, zerstörte Fensterfronten, mit Schutt übersäte Straßen, aufgerissene Bürgersteige, aus dem Boden wie um Hilfe schreiende Drahtgeflechte, zerstörte Geldautomaten, umgeworfene Barrikaden, Absperrbänder überall, Haufen von abgefeuerten Gummigeschossen,  aufgetürmte Steine, bereit, um sie zu werfen, in Plünderung begriffene Läden. Immer wieder der Schriftzug ACAB (All Cops are Bastards). „Aus den Fugen“ weiterlesen

Guter Nachsatz

Gestern ging es in der RP-Kolumne „Gott und die Welt“ um die guten Vorsätze für dieses Jahr. Ein schöner Satz in dem Text ging sinngemäß so: Für den Fall, dass man seinen guten Vorsätzen schon jetzt untreu geworden ist, könne man doch einfach gute Nachsätze formulieren

Diese Einstellung finde ich einfach grandios. Sie bedeutet doch nichts anderes, als dass man immer wieder sein Leben ändern, sich neu orientieren, seine Entscheidungen überdenken kann.

Also nicht:

‚Ändere dein Leben‘, sondern ‚Lebe dein Ändern.‘

Hört sich doch gleich viel positiver an.

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