Zum Sterben schön – der Melatenfriedhof

Ich gehe gerne auf Friedhöfe.

Ich habe schon komische Blicke geerntet, wenn ich erzähle, dass ich Besuche auf Friedhöfen regelrecht in meinen Alltag einplane.

Ich bin damit aufgewachsen, auf Friedhöfe zu gehen. Uroma Mickeymouse (ich habe sie wirklich so genannt) lag in Rösrath neben ihrem Mann. Hin und wieder fuhren wir hin. Grabpflege. Ich mit. War eben so. War völlig normal. Später habe ich das selbst fortgeführt beim Grab meiner Großeltern in Lüdenscheid und heute noch bei meinem Vater.

Friedhöfe sind wunderbare Orte. Friedvoll, ruhig, kühl. Oft mit einem sehenswerten alten Baumbestand. Meist trifft man nur wenig Menschen. Und wenn, dann sind sie mit Grabpflege oder sich selbst beschäftigt.

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Getrennt!

Ich habe mich getrennt.

Von meiner Friseurin!

Nicht etwa, weil dieses Mal der Haarschnitt ein wenig an Verve verloren hat. Nein, das kann ich verschmerzen. Haare wachsen wieder.

Ich habe mich getrennt, weil sie eine Corona-Impfung für sich ablehnt. Und ich habe lange überlegt.

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Farewell Hobbit

Wenn ein ewig verfressener Kater, der für einen Happen Lachs oder rohe Pute früher fast durch einen Feuerreifen gesprungen wäre, plötzlich keinen Appetit mehr hat, weiß der Verstand Bescheid. Nur das Herz weigert sich.


Hobbit kam zu uns als ein vernachlässigtes, unterernährtes, traumatisiertes Bündel in Handgröße. Gerade mal fünf Wochen alt, an sich viel zu früh für die Abnabelung von der Mutter. Er hatte es schwer in den ersten Wochen. Wir päppelten ihn auf, trugen ihn in Merles altem Dydimos-Tuch herum, um ihm Körperwärme und Bewegung zu vermitteln. Eine Katzenmutter hätte ihn auch ständig abgeleckt, mit der Zunge sein Bäuchlein massiert und ihn immer wieder zum Trinken animiert.

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Corona-Tagebuch – 9. Eintrag

Am Aschermittwoch ist alles vorbei… schunkel, schunkel… Schön wär’s! Zu schön!

Ein Jahr Corona. MannMannMann. Ich erinnere mich noch genau. Am 16.03. 2020 kam der Lockdown, ab 14.03.2020 saßen wir hier zu zweit auf der Couch und guckten in die Röhre. Und heute? Gucken wir wieder.

So ein Mist! Ach, streicht das Letzte. Wir wollen doch alle positiv denken, oder?

Das geht mir sowas von auf den Sack: Positiv denken. Bei mir ist das Glas eh immer halbvoll. Also kommt mir nicht damit. Aber das ist ja nicht das Einzige, was mir mächtig auf die Nerven geht.

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Morgens Fango, abends Tango

Bitte warten!

„Die ist in Kur“ hieß das früher. Meine Omma war regelmäßig in Kur. In Bad Pyrmont. Es gibt ein paar sepiastichige Schwarzweißfotos, auf denen ich gemeinsam mit meiner Omma, dem Oppa und meiner Mutter vor dem Springbrunnen in Bad Pyrmont zu sehen bin. Ich hatte ein selbstgenähtes Kleidchen und ganz bestimmt Spitzenhöschen an, in die man kleine Mädchen Mitte der 60iger steckte. Süß. Doch, doch, ich war mal süß.

Ich erinnere mich daran, dass meine Omma regelmäßig in Kur fuhr, übrigens immer nach Bad Pyrmont und wir sie dort auch immer besuchten. Jeder bekam einen Becher und durfte sich in der Wandelhalle am Heilwasserbrunnen laben. Igitt. Schmeckte wie eingeschlafene Füße und ich verlangte nach Gerri Zitrone oder zumindest Tri Top und bekam dann wenigstens ein Sunkist.

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